Chart des Monats Mai: Leerstandsquoten im Einzelhandel in deutschen Metropolen


Chart des Monats
02.05.2022 Autor/en: Dr. Joseph Frechen

Wie entwickeln sich die Leerstände im Einzelhandel? Wir haben uns die etablierten Handelslagen in den Metropolen Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Köln angesehen. Regelmäßig erheben wir dort den Einzelhandelsbesatz und damit auch den Leerstand. Die Betrachtung zeigt: Dieser legt am deutlichsten in den Top-Einzelhandelslagen zu.

Wir erheben jedes Jahr zu identischen Zeitpunkten den Besatz in innerstädtischen A-Lagen sowie in den Shoppingcentern dieser Städte. Die ermittelten Leerstandsquoten beziehen sich auf die Ladeneinheit als Grundgesamtheit, nicht auf die Fläche in Quadratmetern.

Unschwer zu übersehen ist, dass über die Jahre in allen drei untersuchten Lagebereichen – also Highstreets, Shoppingcentern in Innenstadtlagen sowie Stadtteilzentren – die Leerstandsquoten gestiegen sind. Allerdings hat es in den Lagen einen unterschiedlichen Grad der Leerstandssteigerung gegeben. Während sich der Leerstand in den Shoppingcentern nahezu verdoppelt hat, klingt es in den Highstreet-Lagen mit einer Verfünffachung dramatischer. Allerdings liegt dort die Quote mit 7,4 % der Ladengeschäfte immer noch deutlich unter der der Stadtteilzentren und Shoppingcenter. In den Shoppingcentern ist die erfreuliche Nachricht, dass der Leerstand im Jahr 2021 gegenüber 2020 nicht mehr angestiegen ist; in den Highstreet-Lagen hat sich der Anstieg verlangsamt.

Zu den Shoppingcentern: Den Daten liegt die Summe aller Shoppingcenter in den untersuchten fünf A-Städten zugrunde. Die Bandbreite der Qualitäten der Shoppingcenter ist dabei erheblich. Es gibt nach wie vor Shoppingcenter, die mit Leerstandsquoten von maximal 5 % der Ladenflächen agieren, in anderen wiederum wirken die Obergeschosse oftmals nahezu entmietet, was zu entsprechend hohen Leerstandquoten führt. Auch ist festzustellen, dass in den Shoppingcentern – im Vergleich zu den Hightstreets – selbst in „guten Zeiten“ der Leerstand im Durchschnitt höher ausfällt. Zuletzt sank er in den ausgewählten Städten wieder minimal.

Ansprechpartner: Dr. Joseph Frechen, Bereichsleiter Einzelhandel und Niederlassungsleiter Hamburg, frechen@bulwiengesa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Für unser Magazin haben wir relevante Themen, häufig auf Basis unserer Studien, Analysen und Projekte, zusammengefasst und leserfreundlich aufbereitet. So ist ein schneller Überblick über Aktuelles aus der Immobilienbranche garantiert.

Chart des Monats April: Share Deals sind die Realität

Share Deals sind politisch umstritten, da beim Kauf großer Immobilienbestände keine Grunderwerbsteuer anfällt. Laut unserer Off-Market-Studie für HPBA werden etwa sechs von zehn Transaktionen in Form eines Share Deals abgewickelt
>

Chart des Monats März: Die Büro-Liebe

Die Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt haben sich 2021 kaum geändert. Private und institutionelle Investoren suchen weiterhin nach risikoadäquaten Anlagemöglichkeiten. Deutsche Wirtschaftsimmobilien waren erneut sehr gefragt – und der Abgesang auf das Büro hat sich aus Investoren- und Nutzersicht nicht bewahrheitet
>

Februar: Kein Knick, im Gegenteil

Seit 17 Jahren steigen in Deutschland die Immobilienpreise – ohne Unterbrechung. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Wachstum 2021 sogar wieder gesteigert, auf 4,6 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Segmenten sind allerdings groß
>