Oktober: Einflussfaktor für Logistikimmobilienpreise


Logistik & Industrie
02.10.2021 Autor/en: Patrik Völtz

Dass der seit Jahren gestiegene Onlinehandel massiven Einfluss auf die Logistikbranche hat, ist eine Binsenweisheit. Dieser Trend war schon vor der Corona-Krise deutlich erkennbar. Aber sind Logistikimmobilien nun mehr wert als vor der Krise? Dies untersucht die aktuelle Studie „Logistik und Immobilien“.

Diesmal sind die Zahlen im Chart des Monats nicht von uns – aber sie zeigen eindrücklich ein nicht ganz neues Phänomen, das eine Branche umkrempelt. Seit Jahren steigt die Nachfrage nach Shopping-Möglichkeiten im Internet. Das Paketaufkommen der deutschen Kurier- und Paketdienste erreicht Jahr für Jahr neue Rekordmarken. Das Jahr 2020 hat dieser Nachfrage aufgrund veränderter Konsummuster im Zuge von Lockdown und Homeoffice noch einen weiteren Schub verliehen. Aktuelle Zahlen belegen hierbei einen enormen Sprung des Sendungsaufkommens im letzten Jahr. Allein die Zahlen aus dem Weihnachtsgeschäft 2020 machen schwindlig – dieses hat zu einem Rekordvolumen an Kurier-, Express- und Paketsendungen geführt: Laut Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) wurden vor den Festtagen rund 775 Millionen Pakete in Deutschland von KEP-Dienstleistern befördert. Verglichen mit dem Vorjahr sei das Wachstum bei den transportierten B2C-Paketen 2,5-fach so hoch.

Ein Ende dieser Entwicklung ist längst nicht abzusehen. Bis 2025 ist laut BIEK mit einem jährlichen Wachstum des Sendungsvolumens von 7 % auf 5,68 Mrd. Sendungen zu rechnen. Damit öffnet sich die Schere zwischen der prognostizierten Entwicklung und dem langfristigen Trend – mit einem Sprung von insgesamt plus zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 verzeichnete das Sendungsvolumen jedoch weit mehr Anstieg, als bei einer bloßen Trendfortschreibung als wahrscheinlich gegolten hätte.

Die gesamte KEP-Branche wächst mit 5,3 % pro Jahr deutlich stärker als die meisten anderen Wirtschaftsbereiche und übertrifft BIEK zufolge auch das Wachstum des Logistikmarktes von rund 2 % pro Jahr. Daher ist offensichtlich: Die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Logistikdienstleistungen und das nicht gleichermaßen mitwachsende, zu geringe Angebot an passenden Immobilien – nicht nur für das KEP-Segment – führte und führt weiterhin zu steigenden Preisen bei Logistikimmobilien. Aber ist der Wert auch gerechtfertigt? Die am 06. Oktober erscheinende siebte Ausgabe der Studienreihe „Logistik und Immobilien“ geht der Frage nach dem Wert der Logistikimmobilien nach sowie den Wertveränderungen der letzten Jahre. Die Explosion der Sendungsvolumina ist zweifellos ein einflussreicher Faktor dafür.

 

Ansprechpartner: Daniel Sopka, Consultant im Bereich Logistik- und Unternehmensimmobilien, sopka@bulwiengesa.de
 

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