Chart des Monats Juni: Weniger Projektentwicklungen


Chart des Monats
02.06.2022 Autor/en: Sven Carstensen, Ellen Heinrich

In den sieben A-Städten beträgt das Projektvolumen jetzt nur noch 46,2 Mio. qm. Das entspricht einem Rückgang um 3,6 Prozent im Vergleich zum ersten Corona-Jahr 2020. Vor allem das Trading Development ist auf Talfahrt, während Bestandshalter fleißig weiterbauen und -planen.

Im Trading-Development – also den Entwicklungen mit Verkaufsabsicht für das Projekt – geht die Talfahrt weiter. Mit minus 8,3 % ist der bisher stärkste Rückgang nach der Finanz- und Schuldenkrise gemessen worden. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung aus dem Development Monitor.

Aktuell verhalten sich viele Marktteilnehmer abwartend, beobachten die Situation und verschieben Entscheidungen über Projekte. Vor allem die Banken sind sehr zurückhaltend. Die Zinsentwicklung wird den Markt wieder nutzerorientierter und weniger kapitalmarktorientiert prägen.

Der Rückgang im Trading Development in den sieben A-Städten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart kommt nicht überraschend, sondern hat sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet, wie das Chart des Monats zeigt. Abwanderungen in die Speckgürtel der Metropolen, geringe Grundstücksverfügbarkeit und entsprechend hohe Grundstückskosten zeigen Wirkung.

In den sieben A-Städten Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt und München ging allein das Trading-Development-Volumen über alle Segmente auf 24,4 Mio. qm zurück. Das entspricht gegenüber dem Höchstwert von 2019, als noch 28,5 Mio. qm in Entwicklung waren, sogar einem Rückgang von über 14 %. Den Markt für Trading Developments dominieren weiterhin Wohnprojektflächen – gefolgt von Büros und Handelsflächen – und vornehmlich überregional agierende Projektentwickler.

Die Investor Developments, also Entwicklungen für den eigenen Bestand, sind übrigens nicht zurückgegangen; lediglich das Wachstum hat sich abgeflacht. Gerade kommunale Wohnungsbauunternehmen setzen ihre Bautätigkeit trotz gestiegener Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheiten fort.

Ansprechpartner: Sven Carstensen, Vorstand bei bulwiengesa, carstensen@bulwiengesa.de

 

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