Mit einer Studentenbude haben die teilweise hochwertig ausgestatteten Apartments oft nicht mehr viel gemein. Viele zielen auf Berufstätige.

Auslastung im Micro-Living-Segment höher als vor Corona


Wohnen
12.01.2024 Autor/en: Felix Embacher und Lena Schwesinger

Die Nachfrage nach kleinteiligen Wohnformen ist erneut gestiegen. Die Auslastung übertrifft mit knapp 96 Prozent nun sogar das Niveau der Vor-Corona-Zeit. Auf dem Transaktionsmarkt dagegen herrscht kaum Dynamik. Das zeigt der jüngste Marktreport der Initiative Micro-Living.

Nach Ende der Pandemie hat die Vermietung von Apartments weiter deutlich an Fahrt gewonnen, die Nachfrage nach kleinteiligen Wohnformen ist merklich angestiegen. Im Mittel liegt die Auslastungsquote der Apartmenthäuser der Mitglieder der Initiative Micro-Living bei 95,6 %. Die durchschnittliche All-In-Miete stabilisiert sich bei 575 Euro pro Monat. Hingegen ist bei der Quadratmetermiete zum Stichtag 15.10.2023 ein Anstieg von 0,50 Euro auf 21,70 Euro/qm zu verzeichnen.

Mit realen Mietsteigerungen rechnet die Mehrheit der Mitglieder der Initiative Micro-Living in den nächsten drei Jahren jedoch nicht. Preislich scheint erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht. Zur Optimierung ihres Geschäftsmodells wollen viele verstärkt mit Modulbauern zusammenarbeiten, um Baukosten abzusichern.

Für den achten Marktreport der Initiative Micro-Living haben wir die Betriebsdaten von insgesamt 28.940 Wohneinheiten in 129 Apartmentprojekten unterschiedlicher Qualitätsstufen analysiert. Mit einem Anteil von knapp 60 % der ausgewerteten Apartmenthäuser liegt der Fokus nach wie vor auf den deutschen A-Städten.

In Abhängigkeit von Objekt- und Lagequalität, der Apartmentgrößen etc. reicht die weite Spanne der All-In-Mieten von 274 bis 1.434 Euro/Monat. Im Durchschnitt werden in Apartmenthäusern mit einer sehr guten Ausstattungsqualität All-In-Mieten von rd. 740 Euro/Monat aufgerufen, bei guter Ausstattungsqualität sind es durchschnittlich rd. 650 Euro/Monat.  

Interessant ist, dass Micro-Living-Konzepte längst nicht nur Studierende ansprechen. Dies zeigt deutlich die Veränderung des Anteils Studierender in den Apartmenthäusern. Zu Beginn des Reportings der Initiative Micro-Living im Frühjahr 2020 lag der Anteil der Studierenden bei 54 % und ist nun auf 37 % gesunken.

Das anhaltend hohe Zinsniveau bringt den Transaktionsmarkt seit Mitte 2022 nahezu zum Erliegen. Im vergangen Jahr 2023 waren kaum Transaktionen zu verzeichnen. Erstmals wurden die Mitglieder der Initiative Micro-Living dazu befragt, zu welchen Bruttoankaufsfaktoren sie derzeit einen Ankauf eines neuwertigen, vollvermieteten Apartmenthauses in guter Lage tätigen würden. Die Antworten bzgl. der Bruttovervielfacher der Experten variierten vom 18- bis 23-Fachem. Am häufigsten wurden die Faktoren 20- bis 22-fach genannt.

Über die Initiative Micro-Living (IML)

Die im Frühjahr 2020 gegründete Initiative Micro-Living (IML) ist eine Plattform für Eigentümer, Betreiber und Verwalter von Apartmenthäusern. Die Initiative Micro-Living vereint die größten und innovativsten Player des wohnwirtschaftlichen Apartmentwohnens in Deutschland. Gemein­sam möchten die Mitgliedsunternehmen die Transparenz in diesem noch recht jungem Marktsegment verbessern.

Der IML gehören derzeit mit aam2core, berlinovo, Commerz Real, Cube Life, DEMIWO, Fu.Life, Greystart, HanseMerkur Grundvermögen, i Live, International Campus, Krams Immobilien, Pro Urban, REOS, talyo. und Union Investment Unternehmen an, die auf dem deutschen Markt für Apartmentwohnen aktiv sind. Bei­tre­ten kön­nen alle pro­fes­si­o­nel­len Eigen­tü­mer, Betrei­ber und Ver­wal­ter von wohn­wirt­schaft­lich betrie­be­nen Apart­ment­häu­sern.

 

Hinweis: Die achte Ausgabe des Marktreports kann unter https://initiative.bulwiengesa.de/micro-living/ kostenfrei heruntergeladen werden.

Ansprechpartnerin: Lena Schwesinger, Consultant bei bulwiengesa, schwesinger@bulwiengesa.de

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